Essen — Augen zu und durch: Eklige Nahrungszusätze
Geschrieben von tm
In vielen Nahrungsmitteln stecken Zusätze, von denen wir eigendlich nichts erfahren sollten. Beim Gedanken daran kann es nämlich schnell zu Übelkeit und allgemeiner Appetitlosigkeit kommen.
Die Lebensmittelindustrie greift zu manch geschmacklosen Tricks, um bei der Massenproduktion an Kosten zu sparen. Je billiger, desto besser. Und so kann es schon einmal vorkommen, dass man genüßlich in Abfälle beißt.
Damit das Brot so ofenfrisch duftet, der Teig nicht an den Maschinen hängen bleibt und im Backofen seine Form behält verwenden Backmischungshersteller den Eiweißbaustein Cystein. Cystein (auch L-Cystein, L-Cysteinhydrochlorid oder E920) wird aus Menschenhaaren und Schweineborsten gewonnen. Gefährlich oder Gesundheitsschädlich ist das aber nicht.
Um Joghurt, Deserts und Gelee mit Fruchtinhalt zu produzieren, benötigt man eben eine Unmenge an Früchten. Doch Erdbeeren zum Beispiel werden Weltweit nicht einmal annähernd so viele produziert, wie sie angeblich in Nahrungsmitteln vorkommen. Deshalb greifen die Nahrungstechniker auf eine Mischung aus Sägespänen, Alkohol und Wasser zurück. Mit einigen geheimen Ingredienzien erhält man dann jede gewünschte Geschmacksrichtung. Gefahr droht nur bei Allergien.
In vielen Schokoriegeln mit Kokosgeschmack steckt keine einzige Kokosraspel. Dafür aber die Ausscheidungen des Hefepilzes “Trichoderma viride”. Dieser zersetzt Holz und scheidet dann das ganze wieder mit einem intensiven Kokosgeschmack aus. Da Kokosnüsse teuer sind, kann man bei den meisten Produkten von gefälschtem Kokos-Aroma ausgehen. Gefährlich ist das ganze nur bei einer Pilzallergie.
Gummibärchen sind bekanntlich aus Gelatine. Diese wird oft mit Kadavern von Tieren hergestellt. Hydrolysiert, kocht, laugt, verdickt, färbt, reinigt und trocknet man Knochenmehl oder Haut von Rindern und Schweinen, erhält man Gelatine. Diese findet man in Puddings, Fruchtgummis, Tortenguss, Arzneien und Kosmetika. Da eine Übertragung von BSE durch solche Gelatine nicht bestätigt wurde, droht keine akute Gefahr. Tierische Gelatine muss auf der Packung angezeigt werden.
Die schöne rote Färbung des Campari ist ebenfalls ein tierisches Kadaver-Produkt. Cochenille-Schildläuse werden auf Teneriffa und Lanzarote gezüchtet. Die weiblichen Läuse werden nach dem Tod getrocknet und in Wasser gelöst. Daraus gewinnt man das bekannte Karminrot. Und Karminrot kommt in so ziemlich allen roten Nahrungsmitteln vor. In seltenen Fällen kann das Karminrot Immunreaktionen auslösen.
Weitere leckere Nahrungszusätze finden Sie in Hans-Ulrich Grimms Bestseller “Die Suppe lügt”. Guten Appetit!
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29. Mai, 2007 um 08:56 Uhr
Richtig so! Immer feste drauf auf die bösen Lebensmittelhersteller. Als Fleischermeister kann ich dazu nur sagen: wenn die Verbraucher besonders beim Lebensmitteleinkauf Geiz geil finden, brauchen sie sich nicht zu wundern wenn nur noch Dreck verarbeitet wird. Lest mal bewußt die Anzeigenblätter der Supermärkte durch: letztens gabs bei einem Markt in unserer Nähe 1kg Jagdwurst für 1,99 EUR. Da ist sogar Whiskas noch teurer! Bei diesen Preisen wundert mich nichts mehr, und wer diesen Mist dann noch kauft, ist selber schuld. Geht zu kleinen Herstellern und Produzenten (wie z.B. dem Fleischer/Metzger Eures Vertrauens) die können sich solche Unverschämtheiten gar nicht erlauben und stehen mit ihrem Namen hinter den Produkten. Mahlzeit!
30. Mai, 2007 um 14:16 Uhr
Lieber Thomas Hönnger, wenn es doch nur so einfach wäre! Wie viele kleine Bäcker gibt es, nur als Beispiel, die ihren Sauerteig noch selber ansetzen? Und das soll bei Metzgern anders sein? Kleine Metzger verwenden keine vorgefertigten Zutaten, von denen sie selber nicht wissen, was drin ist? Die verwenden keine Geschmackszutaten, die bewirken, dass Fleischwurst überall gleich schmeckt? Wer soll das glauben? Doch, das können sie sich erlauben, das ist ja das Schlimme.
23. September, 2007 um 11:51 Uhr
Es lebe die Zivlitation